Über das Projekt
Eine mögliche Institution für Zürich.
Die EGWZ ist ein Vorschlag für die Finanzierung von gemeinnützigem Wohnraum. Diese Website macht den Entwurf zugänglich und lädt dazu ein, seine Tragfähigkeit zu prüfen und ihn weiterzuentwickeln.
Der Ansatz
Die Emissionszentrale für gemeinnützigen Wohnraum Zürich soll den Finanzierungsbedarf gemeinnütziger Bauträger bündeln und über Anleihen günstiges, langfristiges Kapital aufnehmen. Dieses soll für den Erwerb, den Neubau und die Weiterentwicklung von Wohnraum zur Verfügung stehen. Der Vorschlag verbindet eine städtische Absicherung mit Kostenmieten und verbindlichem Schuldenabbau.
Hintergrund der Arbeit
Der Vorschlag entsteht im Rahmen der freien Masterarbeit von Baldouin Bee am Departement Architektur (D-ARCH) der ETH Zürich. Das Diplom wird von der Professur Arno Brandlhuber betreut.
Die Arbeit untersucht unter anderem, welchen Beitrag eine solche Institution zur gemeinnützigen Wohnraumversorgung in Zürich leisten könnte und welche Voraussetzungen dafür notwendig wären.
Warum jetzt?
Zürich will bis 2050 ein Drittel seiner Mietwohnungen gemeinnützig anbieten – dafür braucht es rund 25’000 zusätzliche gemeinnützige Wohnungen. Weil die vorhandenen Landreserven und die Verdichtung des Bestands dafür nicht ausreichen, gewinnt der Erwerb von Land und Liegenschaften am Markt an Bedeutung.
Unter den aktuellen Zürcher Marktbedingungen ist eine langfristige Finanzierung zu günstigen Zinsen entscheidend. Sie schafft die finanzielle Grundlage dafür, dass gemeinnützige Wohnbauträger beim Erwerb von Grundstücken und Liegenschaften am Markt mitbieten und gleichzeitig Kostenmieten deutlich unter vergleichbaren Marktmieten anbieten können.
Die EGWZ soll diese Finanzierung für neue und bestehende gemeinnützige Trägerschaften zugänglich machen – auch mit wenig Eigenkapital (mindestens 6 Prozent) sowie zusätzlicher Liquidität bzw. Anteilscheinkapital. Lange Zinsbindungen schaffen Planungssicherheit, geregelter Schuldenabbau stärkt die Projekte über die Zeit. So soll mehr Wohnraum erworben, entwickelt und dauerhaft zu Kostenmieten gesichert werden.
Stand des Vorschlags
Die vorliegenden Dokumente sind eine erste Arbeitsfassung. Die EGWZ ist noch nicht gegründet. Die Stadt Zürich ist als Partnerin vorgesehen; eine Zusammenarbeit oder Bürgschaft ist bislang nicht beschlossen.
Die institutionelle Konstruktion, die Finanzierungsbedingungen und der Umgang mit Risiken stehen zur Diskussion. Die ausgearbeiteten Vorschläge bilden dafür eine überprüfbare Grundlage.
Ihre Erfahrung kann den Vorschlag weiterbringen.
Damit aus dem Konzept eine tragfähige Grundlage für eine mögliche Umsetzung werden kann, braucht es Wissen und Erfahrungen aus Wohnungsbau, Finanzierung, Verwaltung, Recht und Politik.
Wo überzeugt der Ansatz? Welche Hindernisse bestehen in der Praxis? Was müsste sich ändern? Ihre Einschätzungen, Einwände und konkreten Verbesserungsvorschläge helfen, die offenen Fragen zu klären und den Entwurf weiterzuentwickeln.